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Vom Grenzen entdecken und Staub aufwirbeln – Anna und Arielle

März 2017. Ich hab mich wohl einer meiner größten fotografischen und emotionalen Herausforderungen gestellt, die es für mich so gibt. Einige denken jetzt bestimmt an Spinnen (okay, ich gebe zu – diese wäre auch sehr groß, aber ich finde die Viecher nun einfach echt nicht fotoästhetisch) oder an hohe Felswände. Vielleicht auch an Reptilien (da hab ich tatsächlich keine Angst vor) oder an sonstige giftigen Tiere. Aber nein, all dies war das nicht:

Ich habe Anna mit ihrem Pony fotografiert. 😉

Wer mich kennt, der weiß, dass mein Respekt (ich nenne es Angst) vor Pferden und Ponys riesig ist. Seit ich als Kind einmal in hohem Bogen aus dem Sattel geworfen worden bin, sind diese Vierbeiner für mich alles andere als ein Gefühl von Yeah.

Anna hat mich am Tag des Shootings so ziemlich überfallen mit der Ansage: „Ich fahr später eh zum Pony, wollen wir da die Bilder machen?“ Und in welchem Moment des Nicht-Nachdenkens auch immer, war meine Zusage schneller geschrieben als gedacht. Erst als wir auf dem Pferdehof ankamen, wurde mir klar, worauf ich mich eingelassen hatte.

Wir sind dann erstmal durch die Natur getingelt, haben uns der Bäume, des Mooses und der liegenden Stämme erfreut bevor es dann zum Pony ging.

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Das Pony von der Weide geholt, standen wir dann da: „Sandra, halt mal – es sollte noch geputzt werden, ich hol mal eben das Striegelzeug“.

Es wär vermutlich ein Bild für die Götter geworden – wie gut, dass niemand dabei war, als ich – gefühlt alleine auf weiter Flur – mit dem Pony dastand. In der Realität waren ganz viele Menschen dabei, aber so schrecklich alleine hab ich mich wohl in nicht vielen Situationen gefühlt. Aber hey – das Pony blieb brav stehen, ich hab das ganze gemeistert und dann sind wir mit Pony zusammen losgezogen.

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Anna und Arielle dann gemeinsam auf Bildern einzufangen war ein nächster schwieriger Schritt. Gepaart mit meiner Scheu, dem Vierbeiner näherzukommen und der nicht optimalen Lichtverhältnisse haben wir nur wenige Ergebnisse, auf denen Pony und Anna einfach strahlen und auf denen alles so passt. Nichts destotrotz – ein bisschen was hab ich mitgebracht.

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Und dann kam dieser eine Moment, der mir vermutlich mein persönliches Bild des Jahres 2017 beschert hat. Dieser Moment in der Reithalle – Anna wollte dem Pony lediglich noch etwas Spaß mit ein paar Runden Galopp gönnen. Die Sonne warf Lichtstrahlen in die Halle, Arielle wirbelte Staub auf, Anna ging in die Hocke vor dem Pony. Und ich drückte den Auslöser. Mit zitternder Hand wohlgemerkt, denn der Vierbeiner hat unglaublichen Spaß daran gehabt, auf mich zuzurennen und in letzter Sekunde (andere würden wohl sagen – da wären noch 2 Meter Platz gewesen 😉 ) abzubremsen.

Dieser eine Moment, dieses eine Bild – ich bin unsagbar stolz darauf, es mein eigen nennen zu können. Fern ab von dem, was ich sonst so fabriziere, fern ab von einem entspannten Moment für mich. Aber eine Aufnahme, die die Nähe zwischen Anna und Arielle zeigt und ein Aufnahme, die nicht gestellt ist, sondern die im richtigen Moment einfach zur bleibenden Erinnerung wurde…

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Auch jetzt beim Schreiben hab ich Gänsehaut. Einerseits wegen des Bildes. Andererseits wegen meiner Ängste und aber auch wegen meines Mutes, den ich ja dann doch irgendwie zu Tage getragen habe. Und wer weiß: Vielleicht steige ich irgendwann auch auf einen Felsen und mache Klippenbilder – trotz Höhenangst.


This Post Has 4 Comments:
  • Christina says:April 18, 2017 at 18:27

    Du darfst getrost stolz auf Dich sein!
    Du hastDich Deiner Angst (iwie) gestellt!
    Und Du hast ein paar Hammergeile Bilder gemacht!

    Daumen hoch 🙂

    Reply
    • Sandra says:April 18, 2017 at 18:29

      Tausend Dank <3

      Reply
  • Johann Hertwig says:April 18, 2017 at 21:13

    Ein wirklich starkes Bild in einem tollen Moment.

    Reply
    • Sandra says:April 19, 2017 at 6:40

      Vielen lieben Dank!

      Reply

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